Alltag, aber woanders

Ferienhaus

Nele Bruns / gemeinsam glücklich / 22. Mai 2017

Einfach die Tür aufmachen und die Kinder laufen lassen. Mit einem selbst gekochten Kaffee den Tag beginnen. Den Schlüssel umdrehen und los geht’s. Abends frischen Fisch grillen. Familie Adolf macht gerne Urlaub im Ferienhaus. Hier erzählen sie, warum.

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Früher, bevor die Kinder da waren, sind wir schon mal zum Flughafen gefahren, mit gepackten Koffern, aber ohne Tickets. Welcher Flug geht als nächstes? Oh, Mallorca? Den nehmen wir. Seit es Fabio und Jonas gibt, machen wir gerne Urlaub in Ferienparks, zum Beispiel in den Niederlanden oder an der deutschen Nordseeküste. Das klingt langweilig? Wir möchten nicht tauschen!

Kinder glücklich, Eltern glücklich

Ferien mit zwei Kleinkindern erfordern höchste Planung: Da sieht das für eine Woche gepackte Auto mit vollem Kofferraum und Dachbox aus, als wollten wir umziehen. Aber nicht nur die ganze Vorbereitung hat sich verändert, auch der Urlaub selbst. Früher haben wir uns das angeschaut, was kleine Kinder langweilig finden: Städte, Museen, Kirchen. Wir waren in Paris, Barcelona, London, Amsterdam, Prag und Rom, sind mit dem Auto  quer durch Italien gefahren. Heute ist unser Kriterium für einen schönen Urlaub: Was finden die Kinder spannend? Früher gab es ein gemütliches Glas Wein an der Seine, heute Pommes und Pizza im Kinderrestaurant. Man selbst hat ja die Wahl: Schleppe ich meine Kinder ins Colosseum, so historisch und schön es auch ist, und höre mir ihr Mir-ist-aber-langweilig-Gequengel an oder sitze ich lieber mit zwei fröhlichen Jungs am Nordseestrand und backe den 143. Sandkuchen?

In den Ferienparks, die wir bisher besucht haben, gibt es Ferienhäuser verschiedener Größe und Kategorie – sogar extra Kinder-Ferienhäuser mit Babyausstattung kann man buchen. Selbstverpflegung ist bei dieser Unterkunftsart gesetzt, d. h. wir kaufen ein, kochen, spülen ab, räumen auf. Damit unterscheidet sich der Urlaubsalltag wenig vom Leben zu Hause. Für uns ist das okay und auch ein Vorteil, denn die Kinder haben ihren gewohnten  Tagesablauf. Jonas schläft mittags zweieinhalb Stunden, das geht im Ferienhaus bestens. Da die Wege kurz sind, können wir morgens entspannt zum nahe gelegenen Meer fahren und nachmittags auf den Spielplatz gehen. Viele Einrichtungen wie ein kleiner Laden, ein Schwimmbad, ein Indoor-Spielplatz und Restaurants sind auf dem Gelände zu finden. Es ist wie ein kleines Dorf. 

Wir buchen meist ein größeres Haus mit einem extra Schlafzimmer, falls man mal mit einem Kind ausweichen muss. In unserer Unterkunft möchten wir auch ein wenig Luxus genießen. Anders als kinderlose Paare können wir nicht einfach einen Wellnesstag einlegen und abends nett essen gehen. Wir haben den Babysitter ja nicht dabei. Deswegen versuchen wir eine Unterkunft zu finden, in der wir gerne unsere freie Zeit verbringen, wenn die Kinder schlafen. Da sitzen wir dann vielleicht mit Weinchen und Baguette auf dem Balkon und schauen aufs Meer oder gehen in die Sauna – wenn wir nicht schon todmüde im Bett liegen.

Kosten
Je nach Reisezeitraum, Park, Hausgröße und -ausstattung kostet ein Ferienhaus in einem Landal-Ferienpark zwischen 250 und 1.400 Euro pro Woche. 
Gut zu wissen
Viele Ferienhäuser lassen sich z. B. durch eine Tür miteinander verbinden – ideal für einen Urlaub mit der Großfamilie, anderen Familien oder Oma und Opa.

Alle Erfahrungsberichte

Sommer, Sonne, Urlaubsglück

Welches Reiseziel ist für Familien ideal? Fühlen wir uns dort alle wohl? Woran müssen wir denken, was alles einpacken? Damit die Reiseplanung nicht in Stress ausartet, finden Sie im großen Urlaubs-Special die wichtigsten Infos rund ums Reisen mit Kindern zusammengetragen. Allen voran neun Erfahrungsberichte von anderen Eltern – von Camping bis Kreuzfahrt.

Fotos: DUEL/Cultura/gettyimages, Sergiy Trofimov Photography/Moment/gettyimages, privat
Illustration: Miriam Frömming

Nele Bruns ist Chefredakteurin des babywelt-Elternmagazins. Ihre Töchter Leni (5) und Emma (17 Monate) liefern ihr täglich die besten Inspirationen für neue Geschichten aus dem Familienleben. Das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist dabei ein ständiger Begleiter.