So feiern wir Weihnachten … mit der Großfamilie

Alle an einem Tisch

Nele Bruns / gemeinsam glücklich / 09. November 2017

Wer erinnert sich nicht an das Weihnachtsfest seiner Kindheit? An die kleinen Rituale und großen Geschenke. Als Eltern haben wir die schönste Aufgabe der Welt: Erinnerungen schaffen. Wenn nicht an Weihnachten, wann dann? Hier erzählt Familie Sauerland.

Vorheriger ArtikelOh, wir Fröhlichen!
Nächster ArtikelStress lass nach

Früher war mehr Lametta

Nach der Bescherung mit der Familie, mit den Freunden in die Kneipe – ja, das haben Anke und Robert Sauerland früher auch so gemacht. In ihrem Fall war früher die Zeit vor den drei Kindern und schon Loriot wusste: Früher war mehr Lametta. Schlimm finden sie das aber nicht. Die Heiligabend-Nächte in der Kneipe wurden außerdem immer deprimierender. Hier kamen sie alle zusammen: Die, die dem drohenden Familienstreit entkommen wollten. Die, die sich über das dritte Paar neue Socken in Folge nicht mehr freuen konnten. Und die, die nur noch aus Sentimentalität mit der Familie feierten. „Auch für uns sah ein besinnliches Weihnachtsfest irgendwie anders aus. Wir wussten nur noch nicht, wie“, sagt Anke Sauerland.

Bis die Kinder kamen. Mit ihnen machte alles wieder einen Sinn. Weihnachten! Das Fest der Familie! Diese strahlenden Kinderaugen, für die Eltern alles geben – übrigens nicht nur ein Mal im Jahr.

Tipp:

Viele Gäste bedeuten viel Arbeit – von wegen! Als Weihnachtsparty-Gastgeber müssen Sie kein großes Menü zaubern. Stattdessen gilt die „Jeder bringt was mit“-Regel.

Platz ist in der kleinsten Hütte

„Weihnachten wurde für uns mit den Kindern wieder richtig schön, aber auch zu einem riesigen Organisationsaufwand. Wer feiert mit wem wann und wo? Fest stand, dass ich mit meiner Schwester und ihrer Familie den Heiligen Abend zusammen verbringen wollte, wir wohnten bis vor Kurzem auch noch alle zusammen in einem Haus“, sagt Anke Sauerland. Ihre Eltern starben viel zu früh und die Schwestern wünschten sich, dass sich Weihnachten ohne sie trotzdem ein bisschen so anfühlte wie früher. Natürlich sollten auch die Kinder und die dazugehörigen Väter mitfeiern. Doch damit begannen die Probleme: Was ist mit deren „Ursprungsfamilien“?

Die ersten Jahre teilten sie sich auf. Essen und Bescherung in einer der schwesterlichen Wohnungen und danach Besuch bei den Familien der Männer. Je mehr Kinder dazukamen, desto komplizierter wurde es. Es musste ein neues Weihnachtsfeiermodell her. Ein Heiligabend „nur“ in der Kleinfamilie kam auch weiterhin nicht infrage. Sie fragten sich, ob sie es nicht schaffen können, alle an einen Tisch zu bekommen. Klar gab es Bedenken, zum Beispiel ob sich alle an so einem besonderen Abend wirklich gut verstehen. Es hat ja doch jede Familie ihre ganz eigenen Rituale, Vorstellungen und Erwartungen. Das fängt beim Essen an („Heiligabend gibt’s bei uns immer Kartoffelsalat“) und hört bei den Geschenken auf („Wir hatten doch abgemacht, uns nichts zu schenken!“). Und dann war da noch die Frage: wer sind eigentlich „alle“? Wie weit fasst man den Kreis? Schnell kamen sie zu dem Schluss: „Wer mit uns und den Kindern Heiligabend feiern möchte, der kommt einfach. Für alle anderen gibt es die anderen Weihnachtsfeiertage“, erinnert sich Robert Sauerland. Die Familie war überrascht, aber ganz schnell begeistert von der Idee.

Da saßen sie nun, die beiden Schwestern mit ihren Männern und Kindern, den Schwiegereltern, Geschwistern, inkl. Frauen und Kindern und die gemeinsame alleinstehende Tante. Dreizehn Erwachsene und sechs Kinder. Sie stellten ihren Heiligen Abend auf ganz neue Füße, inkl. einer „neutralen“ Location – dem Restaurant von Anke Sauerlands Schwager, das an Weihnachten geschlossen hat. Bei ihrer ersten Weihnachtsparty hatten sie noch den Anspruch, alle mit einer Weihnachtsgans zu vewöhnen. „Was dazu führte, dass mein Schwager als gelernter Koch fast nur in der Küche stand. Im zweiten Jahr gab es ein köstliches Abendbrot vom Buffet, für das jeder etwas mitbrachte. Das war viel entspannter“, sagt Anke Sauerland. Nach dem Essen wurden Märchen vorgelesen, viel zu viele Geschenke ausgepackt und die ein oder andere Flasche Wein aufgemacht. 

Es war genau das Weihnachtsfest, wie sie es sich gewünscht hatten. Und doch freuten sich alle auf die kommenden zwei Feiertage. Denn die waren erstaunlich ruhig: „Wir hatten uns ja alle schon gesehen.“

 

Foto: privat; Sofie Delauw/Cultura/gettyimages (Großfalilie, ein Geschenk); mediaphotos/iStock/Getty Images Plus (Großfalilie); Eriksson, Per/gettyimages (Im Urlaub); pixdeluxe/E+/gettyimages (zu Dritt); Lina Östling/Foto/gettyimages (im Urlaub); knape/iStock/Getty Images Plus (im Urlaub); Michael Blann/Iconica/gettyimages (ein Geschenk); ArxOnt/iStock/Getty Images Plus (Betrieb); Klaus Vedfelt/DigitalVision/gettyimages (Betrieb); PhotoAlto/Sigrid Olosson/PhotoAlto Agency RF Collections/gettyimages (Betrieb); Johner Images/gettyimages (Hauptmotiv); Caiaimages/Monashee Alonso/Caiaimages/gettyimages (ein Geschenk); svetikd/E+/gettyimages (zu Dritt)

Sieben Familien und ihre Feiertagspläne

Wie feiern andere Familien Weihnachten? In unserer großen Titelgeschichte haben es uns sieben Mamas und Papas verraten: 

24 Tipps zum Fest: Täglich, Kinder, wird’s was geben!

Wir warten auf Weihnachten, warten Sie mit uns?

Mit 24 tollen Weihnachtstipps zum Basteln, Genießen, Backen, Entspannen, Schenken, Vorlesen und Spielen versüßen wir der ganzen Familie die Zeit bis zum Fest der Feste. Wir wünschen Ihnen einen besinnlichen Advent und ein wunderschönes Weihnachten mit Ihren Lieben.

Exklusiv für Sie:

Unser babywelt Elternmagazin Weihnachtsspecial zum Durchblättern.

Nele Bruns ist Chefredakteurin des babywelt-Elternmagazins. Ihre Töchter Leni (6) und Emma (2) liefern ihr täglich die besten Inspirationen für neue Geschichten aus dem Familienleben. Das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist dabei ein ständiger Begleiter.