So feiern wir Weihnachten … im Urlaub

Stress lass nach

Nele Bruns / gemeinsam glücklich / 09. November 2017

Wer erinnert sich nicht an das Weihnachtsfest seiner Kindheit? An die kleinen Rituale und großen Geschenke. Als Eltern haben wir die schönste Aufgabe der Welt: Erinnerungen schaffen. Wenn nicht an Weihnachten, wann dann? Hier erzählt Familie Wiesner.

Vorheriger ArtikelAlle an einem Tisch
Nächster ArtikelHerzenswünsche

God jul mit Kanelbulle und Astrid Lindgren

Urlauber in Badeshorts und roter Nikolausmütze, die Weihnachtsselfies in die Heimat schicken. Geschmückte Tannenbäume, die es in den Wohnungen der Einheimischen gar nicht gibt, dafür aber in der Shoppingmall. Weihnachtslieder, die aus dem alten Radio in der Beachbar scheppern, während die Kellnerin barfuß Cocktails serviert. An Weihnachten Urlaub machen – das kann so aussehen. Muss es aber nicht. 

Auch Familie Wiesner hat sich im letzten Jahr aufgemacht, das große Familienfest fern der Heimat zu feiern. Aber nicht, um den Vorbereitungen und Feierlichkeiten zu Hause zu entkommen. Ganz im Gegenteil. Sie wollten in eine ganz neue Weihnachtskultur eintauchen und machten sich auf nach Schweden.

Tipp:

Welche Weihnachtsrituale möchten wir in unserer eigenen Familie pflegen? Eine spannende Frage für Eltern. Inspiration findet sich auch in anderen Kulturen.

Alte und neue Weihnachtsbräuche

„Wir wollten mal wieder ein richtig stimmungsvolles Weihnachten feiern, am liebsten mit viel Schnee. Weiße Weihnachten hat unser Sohn noch nie gesehen. Wir hatten einfach mal Lust auf was anderes und buchten ein Ferienhaus in Nordschweden“, erzählt Lisa Wiesner. Zwei Wochen Weihnachten pur. Eingeläutet wurde die Weihnachtsreise der Familie mit dem schwedischen Lucia-Fest am 13. Dezember. Überall im Land finden bereits am frühen Morgen Umzüge zu Ehren der Lichterkönigin Lucia statt – ein Brauch, der Helligkeit und Freude an dunklen Wintertagen verbreiten soll. „Spätestens ab diesem Moment waren wir alle in Weihnachtsstimmung“, erinnert sich Martin Wiesner. Finn war von Lussebrud, so heißt die Lichterkönigin auf Schwedisch, total verzaubert. Ein kleines Mädchen in einem weißen langen Kleid mit rotem Seidenband und einer Krone mit Kerzen auf dem Kopf führte den Umzug an. Zusammen mit den Sternenjungen traf sie schließlich auf Pfefferkuchenmänner und Heinzelmännchen, die in Schweden „Tomte“ heißen. Anschließend gab es für alle ein Frühstück mit Saffransbröd, Pfefferkuchen und Glögg – dem schwedischen Glühwein.

Neben all den neuen schwedischen Traditionen rund ums „Julfest“, die die Familie mit Begeisterung mitmachten, wollten die Wiesners aber auf ein paar lieb gewonnene Rituale von zu Hause nicht verzichten, „Unser Ferienhaus dekorierten wir mit unserem eigenen Weihnachtsschmuck. Ich hatte die Lieblingsstücke extra in einer großen Kiste mitgenommen“, erzählt Mama Lisa. Abends las sie Geschichten von Astrid Lindgren vor oder erzählte von Tomte, Tomtebisse und Nisse — den drei Kobolden, die an Heiligabend in Schweden die Geschenke bringen. Omas selbst gebackene Plätzchen durften natürlich auch nicht fehlen. An den dunklen Adventsnachmittagen und nach langen Spaziergängen im Schnee machten es sich die drei mit viel Pepparkakor und Kanelbulle – Pfefferkuchen und Zimtschnecken – vor dem Kamin gemütlich. So vergingen die Tage bis zum Heiligen Abend – mit viel Zeit füreinander, alten und neuen Bräuchen und deutsch-schwedischen Leckereien. Perfekt wurde die Weihnachtsgeschichte von Familie Wiesner, als der Vermieter des Ferienhauses einen Tag vor Heiligabend noch eine frisch geschlagene Tanne vor die Tür stellte. Dem traditionellen Tanz um den Baum stand nun nichts mehr im Wege. Am Morgen des 24. Dezembers stellte Finn eine Schüssel mit Milchbrei für die Kobolde vor die Tür, die der Sage nach aus den schneebedeckten Weiten Lapplands mit ihren vollbepackten Rentierschlitten kommen. Natürlich hatten sie auch für die deutschen Urlauber Geschenke dabei.

Urlaub an Weihnachten – Familie Wiesner wird es wieder tun, diesmal mit dem kleinen Luka im Gepäck. In diesem Jahr geht es nach Finnland, der Heimat des Weihnachtsmanns. Vielleicht treffen sie den „Joulupukki“ ja in der Sauna. Der heiße Aufguss am Weihnachtsabend ist eine der finnischen Traditionen, auf die sich die vier schon besonders freuen.

 

Foto: privat; Sofie Delauw/Cultura/gettyimages (Großfamilie, ein Geschenk); mediaphotos/iStock/Getty Images Plus (Großfamilie); Eriksson, Per/gettyimages (Im Urlaub); pixdeluxe/E+/gettyimages (zu Dritt); Lina Östling/Foto/gettyimages (im Urlaub); knape/iStock/Getty Images Plus (im Urlaub); Michael Blann/Iconica/gettyimages (ein Geschenk); ArxOnt/iStock/Getty Images Plus (Betrieb); Klaus Vedfelt/DigitalVision/gettyimages (Betrieb); PhotoAlto/Sigrid Olosson/PhotoAlto Agency RF Collections/gettyimages (Betrieb); Johner Images/gettyimages (Hauptmotiv); Caiaimages/Monashee Alonso/Caiaimages/gettyimages (ein Geschenk); svetikd/E+/gettyimages (zu Dritt)

Sieben Familien und ihre Feiertagspläne

Wie feiern andere Familien Weihnachten? In unserer großen Titelgeschichte haben es uns sieben Mamas und Papas verraten: 

24 Tipps zum Fest: Täglich, Kinder, wird’s was geben!

Wir warten auf Weihnachten, warten Sie mit uns?

Mit 24 tollen Weihnachtstipps zum Basteln, Genießen, Backen, Entspannen, Schenken, Vorlesen und Spielen versüßen wir der ganzen Familie die Zeit bis zum Fest der Feste. Wir wünschen Ihnen einen besinnlichen Advent und ein wunderschönes Weihnachten mit Ihren Lieben.

Exklusiv für Sie:

Unser babywelt Elternmagazin Weihnachtsspecial zum Durchblättern.

Nele Bruns ist Chefredakteurin des babywelt-Elternmagazins. Ihre Töchter Leni (6) und Emma (2) liefern ihr täglich die besten Inspirationen für neue Geschichten aus dem Familienleben. Das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist dabei ein ständiger Begleiter.