10 Fragen rund um ...

Winterbabys

Clarissa Lorz / rundum wohlfühlen / 07. November 2017

Der erste Frost, der erste Schnee – auch für ein Baby ein aufregendes Erlebnis. 10 Tipps mit denen Sie Ihrem Kind einen kuscheligen und gesunden ersten Winter bereiten.

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1. Wie lange darf ich mit meinem Baby im Winter nach draußen? 

„In der ersten Lebenswoche sollte man mit dem Neugeborenen noch nicht nach draußen gehen, da die körpereigene Temperaturregelung noch nicht stabil ist. In den nächsten drei Wochen sind kurze Aufenthalte an der frischen Luft − warm eingepackt − in Ordnung. Nach diesen ersten vier Wochen können Sie mit einem gesunden Baby an kalten Wintertagen ca. 30 Minuten lang spazieren gehen.“

Dr. Burkhard Lawrenz, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Neonatologe aus Arnsberg.

2. Wie dick muss ich mein Kind im Kinderwagen einpacken?

„Ein warmer Fußsack mit Lammfell oder Daune ist für den Kinderwagen ideal. Darin trugen meine Töchter oft nur einen Strampler und Mütze. Als sie noch ganz klein waren, habe ich sie noch in eine Decke gewickelt. Das war warm genug. Im Gegensatz zum Schneeanzug kann man den Fußsack in warmen Geschäften oder Cafés schnell mal aufmachen und muss das Baby nicht umständlich ausziehen. Wenn es extrem kalt war, habe ich ans Fußende ein warmes Kirschkernkissen oder eine isolierende Styroporplatte unter die Matratze gelegt.“

Annika Unger, Mama von Nele (2) und Florian (5).

 

3. Was sollte ich im Auto beachten?

„Ich habe meinem Sohn im Auto immer die Jacke bzw. den Schneeanzug ausgezogen. Bis die Heizung warm wurde, hat ihn eine Decke gewärmt. Praktisch sind auch kleinere Fußsäcke, die in die Babyschale passen. Ein weiterer Grund, die oberste Kleidungsschicht auszuziehen: Der Anschnallgurt sollte immer direkt am Körper anliegen und nicht über einer dicken Jacke. Das ist sicherer.“

Sophie Backhaus, Mama von Finn (3).

4. Warum ist Vitamin D so wichtig für Babys?

„Vitamin D ist unter anderem wichtig für den Knochenaufbau, die Zahnbildung und die Stärkung der Muskulatur. Darüber hinaus hat es eine Schutzfunktion für die Nervenzellen des Gehirns. Es wird nur in sehr geringem Maße über die Nahrung aufgenommen. Auf natürlichem Wege wird Vitamin D vor allem durch Sonnenbestrahlung der Haut gebildet. Da sich die Sonne im Winter aber nur recht selten zeigt und die Kinder nur kurz im Freien und dick eingepackt sind, entsteht schnell ein Mangel. Deshalb wird bei Winterkindern empfohlen, mindestens das erste halbe Jahr Vitamin D einzunehmen. Ab der zweiten Lebenswoche sollten gestillte Kinder täglich eine Einheit (500 I.E.) Vitamin D bekommen. Industriell hergestellte Säuglingsnahrung enthält bereits zugesetztes Vitamin D. Diese wird in Tablettenform vom Kinderarzt verschrieben und kann auf einem Teelöffel mit etwas abgekochtem Wasser gelöst und dann dem Kind gefüttert werden.“

Jana Friedrich, Hebamme und Bloggerin aus Berlin. hebammenblog.de

 

5. Wie merke ich, ob meinem Baby zu kalt ist?

„Ob einem Kind warm genug ist, lässt sich gut im Nacken testen. Da sollte es schön warm, aber nicht schwitzig-feucht sein. Die Hände dürfen durchaus kühl, aber keinesfalls eiskalt oder gar blau werden. Die Füße sollten immer warm sein.“ 

Jana Friedrich, Hebamme und Bloggerin aus Berlin. www.hebammenblog.de

6. Wie schütze ich mein baby im Tragetuch?

„Ich habe meinen Töchtern im Tragetuch nur dünne Wollkleidung und natürlich eine Mütze angezogen. Vorne wurden sie von meinem Körper und am Rücken von meiner Jacke gewärmt. Ich hatte für den Winter einen praktischen Tragemantel, unter den in den letzten Wochen der Schwangerschaft der Bauch und danach das Baby im Tuch gepasst hat. So sind wir auch schon mal länger spazieren gegangen oder durch die Stadt gelaufen und haben uns dann in einem netten Café aufgewärmt.“

Simone Schuhmann, Mama von Ronja (4) und Lara (2).

 

7. Wie schläft mein Baby im Winter am besten?

„Unsere Empfehlung: Im ersten Lebensjahr schlafen Babys im eigenen Bettchen, das im Zimmer der Eltern steht, auf einer Babymatratze ohne Kopf- und andere Kissen, in Rückenlage, in einem Schlafsack und bei einer Raumtemperatur von 16 bis 18 Grad. Den Wärmetest kann man, wie oben beschrieben, im Nacken machen, um die Dicke des Schlafanzugs und des Schlafsacks ggf. zu korrigieren. Auf Lammfell, Nestchen oder Mütze sollte man unbedingt verzichten, da Überhitzungsgefahr droht. Diese steht in Zusammenhang mit dem plötzlichen Kindstod.“

Dr. Burkhard Lawrenz, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Neonatologe aus Arnsberg.

8. Wie pflege ich trockene Babyhaut bei eisigen Temperaturen?

Wenn es sehr kalt ist, braucht Babys Gesicht eine gute Creme mit möglichst hohem Fettanteil. Diese schützt die noch dünne Haut. Cremen Sie Ihr Kind vor jedem Winterspaziergang ein. Baden sollten Sie das Baby nicht häufiger als einmal pro Woche, damit die Haut nicht zusätzlich austrocknet. Am besten direkt vor dem Schlafengehen und dann ab ins warme Bett.

 

9. Was ziehe ich meinem Baby drinnen und draußen an?

Babys verlieren Wärme vor allem über das Köpfchen und können somit schnell auskühlen. Deswegen ist eine Mütze für draußen unverzichtbar. Für alle anderen Klamotten eignet sich das Zwiebelprinzip am besten, bei dem man einzelne Schichten wieder ausziehen kann. Denn genauso gefährlich wie das Auskühlen ist eine Überhitzung. Drinnen sollte man die Räume ausreichend beheizen und dem Baby nicht zu viel anziehen. Gegen die trockene Heizungsluft, die Babys Atemwege belastet, helfen ein Luftbefeuchter oder einfach eine Wasserschale in jedem Raum. 

 

10. Braucht man wirklich einen Wärmestrahler über dem Wickeltisch?

Der kleine Babykörper ist anfangs noch nicht in der Lage, sich steigenden und fallenden Temperaturen anzupassen – bei Kälte besteht also die Gefahr der Auskühlung. Gerade nach dem Baden sorgt ein Wärmestrahler über dem Wickeltisch dafür, dass Babys ihre Wohlfühltemperatur wieder erreichen. Wer sich für einen Wärmestrahler entscheidet, sollte darauf achten, dass er fest und in der richtigen Höhe angebracht ist, möglichst zwei Temperaturstufen hat und sich nach einigen Minuten von alleine abschaltet, falls man ihn mal vergisst.

Foto: Onfokus/E+/gettyimages
Illustrationen: Miriam Frömming

Clarissa Lorz ist Redakteurin und Mutter einer zweijährigen Tochter. Sie weiß, wie ein kleiner Wirbelwind den Alltag und das Leben verändert. Und sie kennt die unzähligen Fragen, die man als Mutter besonders in den ersten Lebensjahren hat ...