Wie Babys Identität amtlich wird

Kuckuck! Wer bin ich?

Ingo Hildebrand / alles wissen / 18. Mai 2017

Wer mit Baby auf Reisen geht, muss nicht nur sich selbst, sondern auch den Nachwuchs ausweisen können. Worauf es dabei zu achten gilt.

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Erst ab dem 16. Geburtstag muss jeder Deutsche einen Personalausweis oder einen Reisepass haben. Vorher reicht grundsätzlich die Geburtsurkunde. Damit können die Eltern die Identität ihres Kindes nachweisen. Doch schon für die jüngsten Babys gilt: Geht es über die deutsche Staatsgrenze ins Ausland, benötigen auch sie einen Kinderreisepass oder einen Personalausweis. Darüber hinaus kann es für die Eltern ratsam sein, eine Kopie der Geburtsurkunde mitzunehmen, vor allem, wenn die Nachnamen von Kind und Elternteil nicht identisch sind. Manche Länder fordern in ihren Einreisebestimmungen sogar Vollmachten nichtmitreisender Sorgeberechtigter.

Für die Ausstellung eines Kinderreisepasses gelten besondere Spielregeln. Sie sind im Vergleich zur Erwachsenenvariante vereinfacht.Der Pass wird nicht von der Bundesdruckerei hergestellt, sondern direkt im Bürgerbüro bzw. im Einwohnermeldeamt des Wohnortes. Dadurch entfällt die übliche Wartezeit von mehreren Wochen. Das obligatorische Passbild muss gesetzlich festgelegten Standards entsprechen, diese gibt die sogenannte Foto-Mustertafel für Personaldokumente vor.  Bei Kindern bis sechs Jahre sind die Anforderungen herabgesetzt, dennoch benötigen selbst wenige Tage alte Säuglinge ein Foto in ihrem Kinderreisepass. Grundsätzlich können Eltern statt eines Kinderreisepasses für ihren Nachwuchs auch einen Personalausweis beantragen. Allerdings ist dies die teurere Variante, und gerade bei Auslandsreisen reicht ein Personalausweis oft nicht aus.

Für zahlreiche Länder ist ein Visum erforderlich. Dies ist gemäß den jeweiligen Bestimmungen der Staaten auch für mitreisende Kinder nötig. Eine aktuelle Übersicht führt das Auswärtige Amt (Außenministerium).

Spartipps

  1. Lassen Sie für Ihre Kinder nur dann kostenpflichtige Ausweisdokumente erstellen, wenn sie diese wirklich benötigen, sprich: bei einem Auslandsaufenthalt. Innerhalb Deutschlands sind solche Identitätsnachweise nicht nötig.
     
  2. Fertigen Sie nötige Passbilder selbst an statt zum Fotografen zu gehen. Mit einer normalen Digitalkamera, etwas Geschick und Geduld lassen sich brauchbare Resultate erzielen. Gleichen Sie ihre Bilder mit den Vorgaben der Foto-Mustertafel ab, bevor Sie damit zum Rathaus gehen. Damit ersparen Sie sich Beanstandungen der Fotos durch die Behördenmitarbeiter.
     
  3. Nutzen Sie die Möglichkeit, den Kinderreisepass verlängern zu lassen. Beachten Sie, dass Kinder ab 12 grundsätzlich einen neuen (Erwachsenen-)Reisepass benötigen. So ist es beispielsweise günstiger, einem Zehnjährigen ohne bisherigen Pass direkt einen sechs Jahre gültigen Reisepass für 37,50 Euro zu besorgen statt einen Kinderreisepass für 13 Euro, der aufgrund des Alterslimits nur noch zwei Jahre gültig wäre.

Fotos: adekvat/iStock/Getty Images Plus/gettyimages, hofred/iStock/Getty Images Plus/gettyimages, olegtoka/iStock/Getty Images Plus/gettyimages

 

Papa hat das Wort zum Thema Baby-Reisepass

Ingo Hildebrand profitiert als babywelt-Redakteur von seinen Elternzeit-Erfahrungen: Ein Jahr lang blieb er für seine Söhne Henning und Peter zu Hause. Zurück im Job interessiert ihn naturgemäß die Rolle der Väter in dem liebenswerten Chaos-Kosmos, der sich Familie nennt.