Fernreisen

Thailand

Julia Feldhans / gemeinsam glücklich / 19. Mai 2017

Treiben lassen und entspannt bleiben, dann sind es auch die Kleinen – Annes und Kais Erfolgsrezept für ein Süd­ost­asien-Abenteuer in Thailand mit zwei Kindern.

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Fernweh-Kitzler: Als große Sommerfans gefiel uns die Vor­stellung, den deutschen Winter 2017 mal für vier Wochen pausieren zu lassen. Auf der Suche nach einem Ziel erzählte mir eine Freundin, dass sie mit anderen Familien einen Teil des Winters auf Koh Phangan in Thailand verbringen wird. Viele Familien, die sich dort treffen, sind auf Weltreise, in Elternzeit oder leben als digitale Nomaden, die ihre Arbeit überall erledigen können. Wir waren sofort begeistert und haben dann auch einen Bungalow in dem Resort gebucht.

Gefühl vorm Aufbruch: Da ging uns vieles durch den Kopf: Wie wird der Flug? Werden die Kinder die Reise als stressig empfinden? Was für Krankheiten gibt es? Wie ist das mit den Moskitos? Nach etwas Recherche haben wir für uns entschieden, dass das Positive definitiv überwiegt und waren uns sicher, dass das klappen wird.

Langstreckenflug mit Kleinkindern: Wir sind gemeinsam mit einer anderen Familie gereist: So konnten die Kids ihre Plätze immer wieder wechseln und es wurde nicht langweilig. Leider hatten wir keinen Nachtflug: Deshalb waren die Kinder nicht müde genug, um den Flug zu verschlafen. Ich bin eine gefühlte Ewigkeit lang mit unserem 1,5-Jährigen in der Trage auf und ab gelaufen, damit er einschlafen konnte.

Ankunft in Thailand: Wir sind über Bangkok auf Koh Samui, der Nachbarinsel von Koh Phangan, gelandet – im strömen­den Regen, der leider anhielt. Die Straßen waren überschwemmt. Zum Glück hatte der Besitzer des Resorts einen Pick-up und holte uns ab. Problem: Kurz nach unserer Ankunft erfuhren wir, dass der Monsunregen unseren Bungalow unbewohnbar gemacht hatte. Wir nahmen trotzdem die Fähre und zogen erst mal in ein Resort in der Nähe, wo wir eine klitzekleine Hütte am Strand mieteten. Es gab dort nur ein Bett und ein Klo – sonst nichts. „Wir bleiben eine Nacht, dann su­chen wir uns was anderes“, sagten wir noch. Doch dann gewannen wir die kleine Hütte lieb. Sie lehrte uns, dass man nicht viel braucht, um glücklich zu sein. Wir hatten ja uns, den Strand und immer eine frische Kokosnuss. Was will man mehr? Ich habe mich so glücklich und frei wie lange nicht gefühlt. Zehn Tage später wurde im Resort ein Bungalow frei und wir zogen doch um. Schließlich waren wir ja auch wegen der Gemeinschaft gekommen.

Akklimatisierung: Abgesehen vom Jetlag gab es keine Probleme. Unsere Kinder lieben Wärme: Die Umstellung fiel ihnen leicht. Ebenso die auf asiatisches Essen: Das kommt bei uns auch daheim häufig auf den Tisch. Was richtig toll war: Wir haben alle in einem großen Bett geschlafen und die Kids haben so gerade nach nervenaufreibenden Tagen die Nähe bekommen, die sie brauchten.

Clan-Urlaub: Für uns ist diese Art des Urlaubens perfekt! Wenn man will, hat man Gesellschaft, kann sich unter­stützen, zusammen kochen oder essen gehen und für die Kinder sind immer andere Kinder zum Spielen da. Wir haben sympathi­sche Menschen kennengelernt, hatten bereichernde Gespräche und viel Spaß. Gerade für unsere Große war es genau das Richtige: Sie ist morgens los, um mit anderen Kids das Resort und den Strand unsicher zu machen. Sie ist daran gewachsen und kam viel selbstständiger aus dem Urlaub zurück.

Fazit: Eine wunderschöne Reise mit tollen Erlebnissen: Wir haben mit Affen eine Papaya geteilt, sind zu viert Roller gefahren, mit einem Boot in den Sonnenuntergang geschippert und manchmal auch an unsere Grenzen gestoßen – haben daraus aber nur Positives geschöpft. Wir haben gemerkt, wie wichtig für uns diese gemeinsamen Erlebnisse sind: Die Zeit, in der die Kinder klein sind, kommt nie wieder. Uns ist klar geworden, dass es für uns jetzt nichts Wichtigeres gibt, als diese Jahre intensiv zu leben und zu nutzen. Auch darum brechen wir Ende 2017 wieder auf: dieses Mal für ein Jahr. Die Vorfreude ist riesig! Wer Lust hat, unsere Reise mitzuverfolgen, findet uns bei Instagram: mrs_hippie_at_heart

 

Fernreisen

Sommer, Sonne, Urlaubsglück

Welches Reiseziel ist für Familien ideal? Fühlen wir uns dort alle wohl? Woran müssen wir denken, was alles einpacken? Damit die Reiseplanung nicht in Stress ausartet, finden Sie im großen Urlaubs-Special die wichtigsten Infos rund ums Reisen mit Kindern zusammengetragen. Allen voran neun Erfahrungsberichte von anderen Eltern – von Camping bis Kreuzfahrt.

Foto: Judith Wagner Fotografie/Cultura/gettyimages, privat
Illustration: Miriam Frömming

Julia Feldhans ist von Beginn an Teammitglied der babywelt-Redaktion. Besonders gern arbeitet sie sich in Themen rund um die Baby-Gesundheit und -pflege ein. Als große Schwester liebt sie es, Geschichten zu erzählen – vor allem die von Esel Emil und seiner Freundin Kiki.