Fernreisen

Namibia

Julia Feldhans / gemeinsam glücklich / 22. Mai 2017

Von der Möglichkeit, irgendetwas könne schief­gehen, ließ sich Anja Kirchner nicht aufhalten. Hier erzählt sie, warum acht  Wochen Mama-Tochter-Camping ihr Glücksgriff waren.

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Fernweh-Kitzler: Ich wollte meine Elternzeit bestmöglich nut­zen. Und nachdem der Anfang meines Mutterseins nicht so leicht war, wollte ich mit der Reise auch einen neuen Abschnitt beginnen. Ich habe mich bei meiner ers­ten Namibia-Reise 2014 in das Land verliebt. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen: Ich fühle mich dort zu Hause. Diesen besonderen Flecken Erde wollte ich auch meiner Tochter zeigen.

Gefühl vorm Aufbruch: Ob Einkaufen, Arztbesuch oder Flug­reise: Beim ersten Kind ist ja alles eine neue Erfahrung. Ich denke, vor einer Fernreise mit Kind zu viel nachzudenken, blockiert einen nur. Ich war schon immer flexibel und denke, es gibt für alles eine Lösung. Ob Probleme nun in Deutschland oder woanders auftreten: Die Hauptsache ist doch, dass die Kleine sich wohl behütet fühlt. Und wie sollte das besser klappen als mit einer entspannten, glücklichen Mutter? Außerdem hatten wir unsere erste Fernreise-Erfahrung – vier Wochen gemeinsam durch die USA, die toll geklappt haben – im Gepäck. All das hat mir ein richtig gutes Gefühl gegeben.

Langstreckenflug mit Kleinkind: Der Flug lief wirklich gut! Das Flugzeug, die Passa­giere und die Stewardessen waren so interessant, dass es keiner großen Bespaßung bedurfte. Nandi ist ein sehr aufgeschlossenes Kind: Sie hat den Flugbegleiterinnen geholfen, den Getränkewagen auszuräumen, sie in der Bordküche besucht und die Fluggäste amüsiert. Nach dem Essen habe ich ihr dann das Fläschchen gegeben, sie schlief ein und sogar ein paar Stunden durch.

Akklimatisierung: Bereits in der zweiten Nacht hat Nandi gut geschlafen. Hatten sie die neuen Eindrücke in der ersten Nacht noch ab und zu aufgeweckt, war sie von der frischen Luft, den angenehmen warmen Temperaturen und den vielen Entdeckungen müde und zufrieden.

Camping: Bis zu unserer Namibia-Reise hatte ich mit Camping wenig am Hut. Aber dieses Mal fühlte es sich total richtig an – und war rückblickend auch die beste Entscheidung! Das Schlafen im Campinganhänger bedeutet für mich Freiheit pur: anhalten wo man will, in der Natur schlafen und total unabhängig sein. Wir hatten die Küche und das Bett immer dabei und konnten eben auch mal im Canyon oder in der Wüste anhalten, um einen Brei zu kochen oder ein Fläschchen zuzubereiten.

Begegnungen vor Ort: Auf unserer Reise haben wir viele alte Freunde, die ich von vorherigen Namibia-Besuchen kannte, getroffen. Wir haben aber auch neue Kontakte geknüpft und durchweg positives Feedback bekommen. In Afrika gehören Kinder dazu, ob im Gottesdienst oder bei einem „Braai“-Nachmittag („Braai“ = Grillen). Es ist toll zu sehen, wie entspannt die Menschen dort mit Kindern umgehen.

Reise-Highlight: Ganz eindeutig: die Feststellung, dass ich dort zu Hause bin, wo ich mit meiner Tochter bin. Ganz egal, wo auf dieser Welt das ist!

Tipp für Alleinerziehende: Traut euch! Es tut euch gut, mal rauszukommen und diesen Stempel der Alleinerziehenden, der einem in Deutschland schnell aufgedrückt wird, loszuwerden. Ihr seid viel stärker, als ihr denkt!

Fazit: Ich würde es sofort wieder tun: ohne Zögern und ohne Änderungen! Natürlich ist eine Fernreise mit Kind etwas anderes – aber durch ein Kind ist doch das ganze Leben anders geworden. Wieso sollte ich da auf das Reisen verzichten? Meiner Tochter muss es an nichts fehlen, egal wo auf der Welt wir gerade sind. Im Gegenteil: Sie profitiert, indem sie Menschen mit anderen Hautfarben, Kulturen, (für uns) exotisches Essen, wilde Tiere, andere Landschaften kennenlernt. Sofern es finanziell machbar ist, möchte ich Ende 2017 wieder den trüben Tagen entfliehen und noch einmal die Sonne Namibias genießen.

Fernreisen

Sommer, Sonne, Urlaubsglück

Welches Reiseziel ist für Familien ideal? Fühlen wir uns dort alle wohl? Woran müssen wir denken, was alles einpacken? Damit die Reiseplanung nicht in Stress ausartet, finden Sie im großen Urlaubs-Special die wichtigsten Infos rund ums Reisen mit Kindern zusammengetragen. Allen voran neun Erfahrungsberichte von anderen Eltern – von Camping bis Kreuzfahrt.

Foto: Judith Wagner Fotografie/Cultura/gettyimages, privat
Illustration: Miriam Frömming

Julia Feldhans ist von Beginn an Teammitglied der babywelt-Redaktion. Besonders gern arbeitet sie sich in Themen rund um die Baby-Gesundheit und -pflege ein. Als große Schwester liebt sie es, Geschichten zu erzählen – vor allem die von Esel Emil und seiner Freundin Kiki.