Auf Rädern, Schienen oder durch die Luft

Unterwegs

Julia Feldhans / gemeinsam glücklich / 22. Mai 2017

Neben dem „Wohin“ ist das „Wie“ eine der großen Fragen bei der Urlaubsplanung – vor allem mit Kind im Gepäck. Die Vor- und Nachteile von Auto, Bahn und Flieger sowie wichtige Tipps auf einen Blick.

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Mit der Bahn

Clever sparen | Reservierungen sind bei der Deutschen Bahn oft schon sechs Monate vor Abfahrt möglich. Wer früh bucht, sichert sich die Chance auf eines der günstigen Spar­tickets. Diese gibt es auch für Fahrten in Nachbarstaaten wie Österreich, Dänemark etc. – allerdings oft erst 90 Tage vor Fahrtantritt. Mehr auf: www.bahn.de/sparpreis-europa

Gemeinsam fahren | Kinder unter 6 Jahren reisen in der Deutschen Bahn umsonst, wenn sie mit einer Begleitperson unterwegs sind. Das können die Eltern, Großeltern oder ein nicht verwandter Lebenspartner sein. Dasselbe gilt für Kids unter 15 – vorausgesetzt, sie sind beim Ticketkauf auf der Fahrkarte eingetragen.

Weniger schleppen | Praktisch: Der Gepäckversand der Deutschen Bahn liefert Koffer (je 17,50 Euro) und Räder (je 27,50 Euro) ans Ziel.

Entspannt wechseln | Die Bahn bietet Hilfe beim Umstieg an – gerade für Alleinreisende mit Kind eine Erleichterung. Wichtig: Vorher bitte bei der Mobilitäts-Zentrale beantragen.
 
Praktisch einpacken | Snacks, die Krabbeldecke und das Lieblingsspielzeug verkürzen die Fahrtzeit. Faltbuggys sind eine clevere Alternative zum Kinderwagen.

Gemütlich sitzen | Die meisten ICEs verfügen über Kleinkindabteile (Kostenpunkt für bis zu fünf Familienmitglieder: 9 Euro, 2. Klasse). Hier gibt es ausreichend Platz für Gepäck, Kinderwagen, sowie Ruhe zum Stillen etc. Eine Reservierung ist aufgrund der großen Nachfrage nach diesen Abteilen zu empfehlen.

Vorteile

  • Im Zug muss sich niemand auf den Verkehr konzentrieren – bis auf den Lokführer natürlich. Das bedeutet: mehr Zeit zum Spielen und Schmusen mit Mama und Papa.
  • Viele kleine Reisende sind von Bahnhöfen fasziniert. Eine Zugfahrt ist für sie ein großes Abenteuer – wie aus dem Bilderbuch.
  • Kinder können sich frei bewegen, statt die ganze Fahrt im Kindersitz zu bleiben.
  • Vor allem zu den Hauptreisezeiten locken an Bord Spielzeug und Kinderbetreuung.
  • Zugfahren ist wesentlich umweltfreundlicher als Autofahren oder Fliegen. Gewusst? Die Züge der Deutschen Bahn fahren auf mehr als 90 Prozent aller Kilometer elektrisch.

Nachteile

  • Zugwechsel mit Kind(ern) und Gepäck können schweißtreibend und anstrengend sein. Vor allem bei kurzen Umsteigezeiten. Zudem ist der Stauraum oft eingeschränkt.
  • Manche Züge bieten Wickelmöglichkeiten, viele aber leider nicht.
  • Wer ohne eigenes Auto anreist, benötigt vor Ort einen Leihwagen. Oder begnügt sich damit, im Urlaub nur die Ziele zu erre­i­chen, die vom ÖPNV bedient werden.

Mit dem Auto

Clever beladen | Um eine sichere Fahrt zu gewährleisten, muss der Fahrer freie Sicht in alle Richtungen haben. Achtung: Wurfgeschosse und sperrige Gegenstände bitte gut verstauen.

Gut vorbereiten |  Wer ins Ausland fährt, kann sich mit der App „Mit dem Auto ins Ausland“ des Europäischen Verbraucherzentrums über Tempolimits & Co. informieren.
 
Richtig pausieren | Der ADAC rät dazu, alle 2 Stunden eine Rast zu machen, bei Babys sogar alle 1,5 Stunden. Die Seite www.rast.de hilft bei der Auswahl kinderfreundlicher Stopps. Zudem bestenfalls darauf achten, dass die Distanz zum Zielort unter 500 km liegt.

Sicher mitfahren | Der Kindersitz muss gut gepolstert sein und dem Kind eine bequeme Schlafposition ermöglichen. Achten Sie außerdem darauf, dass das Kind nicht zu warm angezogen ist.

Perfekt timen | Wenn möglich, außerhalb der Hauptreisezeiten und des Wochenendverkehrs fahren – dann ist die Staugefahr deutlich geringer und die Reise angenehmer für alle.

Zeit verkürzen | Nehmen Sie ein paar beliebte Kinder-CDs mit und überlegen Sie sich Spiele für die Autofahrt – diese lenken ab.

Vorteile

  • Spielzeug, Snacks & Co.:  Wer auf vier Rädern reist, hat alles immer griffbereit.
  • Wer selbst anreist, kannst selbst entscheiden, wann die Reise beginnt. Abfahrtszeiten? Egal! Das Beste: Auch vor Ort sind Sie flexibel.
  • Für Ihr Kind ist der Kindersitz bekanntes Terrain. Das gleichmäßige Brummen des Motors wirkt auf viele Kinder beruhigend.
  • Sie wollen Ihren Hund mit in den Urlaub nehmen? Bei einer Autoreise kein Problem!

Nachteile

  • Da weit entfernte Ziele zig Stunden auf der Autobahn bedeuten, sind Auto-Reisende in der Zielort-Suche eingeschränkter.
  • Anders als in der Luft oder auf den Schienen können Staus die Reisezeit um ein Vielfaches verlängern und den Eltern Nerven kosten.

Mit dem Flieger

Reisezeitpunkt wählen | Auch wenn die meisten Airlines Babys schon ab der zweiten Lebenswoche mitfliegen lassen, raten Ärzte dazu, lieber ein paar Wochen länger zu warten. Gut zu wissen: Aus Sicherheitsgründen darf nur ein Baby pro Erwachsenem mitfliegen. Das andere braucht einen Sitzplatz.
Tipp: Babybettchen vorher reservieren.

Ohrenschmerzen vorbeugen | Viele Babys haben Probleme mit dem Druckausgleich. Schnuller, Stillen oder Fläschchen lindern die Schmerzen. Fragen Sie den Kinderarzt um Rat.   

Vorfreude wecken | Für Ihr Kind ist der Flughafen neues Terrain. Um zu verhindern, dass es Angst bekommt, bereiten Sie es – z. B. mit Büchern – auf das Abenteuer vor.

Handgepäck bestücken | Die Auswahl an für Kinder geeignete Drinks und Snacks an Bord ist eingeschränkt. Ein bis zu 100 ml großes Getränk kann mit ins Handgepäck. Packen Sie auch das Lieblingsspielzeug ein, ebenso wie nötige Wickelutensilien.

Stewardess ansprechen | Viele Airlines bieten Spielzeug für die kleinsten Passagiere an. Auf Langstreckenflügen werden zudem oft kostenfrei Kindermenüs angeboten.

Vorteile

  • Mit dem Flugzeug lassen sich auch weit entfernte Ziele inner­halb weniger Stunden erreichen. Plus: Passagiere unter 2 Jahren fliegen deutlich vergünstigt, mitunter sogar kostenlos.
  • Mama und Papa müssen sich an Bord nicht auf den Verkehr konzentrieren. So bleibt Zeit zum Spielen, Kuscheln oder sogar Schlafen.
  • Airlines lassen Familien als Erstes an Bord. Zu­dem dürfen Sie den Kinderwagen meist bis zum Flieger mitneh­men. Wer den eigenen Kindersitz nutzen will, kann das meist problem­los tun. Wichtig: vorher am Schalter einchecken!

Nachteile

  • Egal ob Sitzplatzgröße oder Reisezeitpunkt: Wer fliegt, reist zwar schneller, aber eingeschränkter als Autofahrer. Ist Ihr Kind nicht in Reiselaune, kann es anstrengend werden. Gerade bei Erkältungen haben viele Kleinkinder verstärkt Probleme mit dem Druckausgleich.
  • Es ist nicht ausgeschlossen, dass Ihr Kind im Flugzeug Angst bekommt; gerade dann, wenn auch Sie nicht zu den Gerne-Fliegern zählen.

Sommer, Sonne, Urlaubsglück

Welches Reiseziel ist für Familien ideal? Fühlen wir uns dort alle wohl? Woran müssen wir denken, was alles einpacken? Damit die Reiseplanung nicht in Stress ausartet, finden Sie im großen Urlaubs-Special die wichtigsten Infos rund ums Reisen mit Kindern zusammengetragen. Allen voran neun Erfahrungsberichte von anderen Eltern – von Camping bis Kreuzfahrt.

Foto: AleksandarNakic/E+/gettyimages
Illustration: Miriam Frömming

Julia Feldhans ist von Beginn an Teammitglied der babywelt-Redaktion. Besonders gern arbeitet sie sich in Themen rund um die Baby-Gesundheit und -pflege ein. Als große Schwester liebt sie es, Geschichten zu erzählen – vor allem die von Esel Emil und seiner Freundin Kiki.