Krankes Kind

Rechte berufstätiger Eltern

Michaela Senger / gesünder leben / 08. November 2017

Ist das Kind krank, dürfen sich berufstätige Eltern unter bestimmten Bedingungen von der Arbeit freistellen lassen. Viele haben in dieser Zeit Anspruch auf Kinderkrankengeld. Worauf Sie achten sollten.

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So viele Eltern meldeten sich 2016 krank

Fast 2,5 Millionen Mal haben sich Eltern in Deutschland im vergangenen Jahr arbeitsunfähig gemeldet, weil ihr Kind krank war. Das geht aus Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums hervor. Diese Form der Krankmeldungen hat sich demnach seit 2007 mehr als verdoppelt (2007: 1,06 Mio.). Verdoppelt haben sich auch die in Anspruch genommenen Krankheitstage: 2,7 Mio. in 2007 gegenüber 5,5 Mio. in 2016.

Bis zu zehn Tage im Jahr können sich berufstätige Eltern arbeitsunfähig melden, um ihr erkranktes Kind zu betreuen. Die Zahl steht sowohl dem Vater als auch der Mutter zu und gilt für Eltern mit bis zu zwei Kindern. Gemeinsam stehen ihnen also insgesamt 20 Arbeitsbefreiungstage zu.

Alleinerziehende haben Anspruch auf bis zu 20 Tage im Jahr. Bei mehr als zwei Kindern erhöht sich für Eltern die Zahl auf maximal 25 Tage. Für Alleinerziehende gelten jeweils doppelt so viele Tage pro Kind und Jahr (bei mehreren Kindern also 50).

Kinderkrankengeld von der Krankenkasse

Zahlt der Arbeitgeber das volle Gehalt nicht weiter, übernimmt die Krankenkasse des zu Hause bleibenden Elternteils 90 Prozent des entgangenen Nettolohns (maximal 101,50 Euro pro Tag). Für dieses sogenannte Kinderkrankengeld müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Ihr Kind ist maximal zwölf Jahre alt
  • Ihr Kind ist gesetzlich krankenversichert
  • Ihre Krankenkasse gewährt Anspruch auf Krankengeld
  • keine andere Person, die im Haushalt lebt, kann sich um Ihr Kind kümmern
  • ein Arzt bescheinigt, dass Ihr Kind betreut werden muss

Wichtig: Um das Kinderkrankengeld zu beantragen, müssen Sie ein Attest des Kinderarztes bei der Krankenkasse einreichen. Sind beide Eltern privat krankenversichert oder ein Elternteil und das Kind, besteht kein Anspruch auf Kinderkrankengeld. Ist ein Kind unheilbar krank, haben Eltern Anspruch auf zeitlich unbegrenzte Freistellung und Krankengeld.

Arbeitgeber und Kollegen schnell informieren

Damit der Chef und die Kollegen möglichst frühzeitig Bescheid wissen, sollten Sie diese schnellstmöglich über Ihre Abwesenheit telefonisch oder per E-Mail informieren. Das ärztliche Attest schicken Sie am besten am gleichen Tag per Post an Ihren Arbeitgeber. 

Krankheitstage aufgebraucht – und nun?

Sind alle Kinder-Krankheitstage eines Jahres von den Eltern aufgebraucht, müssen sie bei erneuter Erkrankung des Kindes Urlaub nehmen. Wer sich krankschreiben lässt, obwohl er gesund ist, riskiert eine Kündigung. 

Ratsam ist es, frühzeitig das Gespräch mit Personalverantwortlichen des Unternehmens zu suchen. Einige Chefs gewähren in solchen Fällen Überstunden abzubauen, Minusstunden anzusammeln oder von zu Hause aus zu arbeiten.

Betreuung schwer kranker Kinder

Ein Elternteil hat einen nicht befristeten Anspruch auf Krankengeld und auf Freistellung von der Arbeit, wenn das Kind an einer schweren Erkrankung leidet, 

  • die bereits ein weit fortgeschrittenes Stadium erreicht hat, 
  • bei der eine Heilung ausgeschlossen ist,
  • die lediglich eine begrenzte Lebenserwartung von Wochen oder wenigen Monaten erwarten lässt.

Auch bei behinderten Kindern gelten Sonderregelungen. Informationen dazu erfragen Sie am besten bei Ihrer Krankenkasse.

Foto: Zing Images/DigitalVision/gettyimages

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Michaela Senger ist babywelt-Redakteurin und Mutter von zwei Kindern (7 und 10 Jahre). Ihre besondere Vorliebe gilt den kritischen Themen rund um die Baby-Gesundheit. Für ihre Beiträge trifft und interviewt sie Eltern und Experten im ganzen Land.