So feiern wir Weihnachten … mit weniger Geschenken

Herzenswünsche

Nele Bruns / gemeinsam glücklich / 09. November 2017

Wer erinnert sich nicht an das Weihnachtsfest seiner Kindheit? An die kleinen Rituale und großen Geschenke. Als Eltern haben wir die schönste Aufgabe der Welt: Erinnerungen schaffen. Wenn nicht an Weihnachten, wann dann? Hier erzählt Familie Weiß.

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Weniger freut mehr

Die Weihnachtszeit als Kind fand Nicole Weiß immer besonders gemütlich, aber auch geheimnisvoll und spannend: „Der Duft von Plätzchen, vom Weihnachtsbaum und unser traditionelles Weihnachtsessen, Würstchen mit Kartoffelsalat, wird mir immer in Erinnerung bleiben.“ An einzelne Geschenke erinnert sie sich dagegen kaum. Je älter sie wurde, desto stärker spürte sie ein seltsames Gefühl der Leere, das sich einstellte, wenn an Heiligabend das letzte Päckchen ausgepackt war. Das Gefühl, dass Weihnachten dann schon vorbei ist, obwohl es doch eigentlich gerade erst begonnen hatte.

Tipp:

Ein erster Schritt, um den Geschenkewahnsinn einzugrenzen: Schlagen Sie vor, dass sich mehrere Familienmitglieder an einem größeren Gemeinschaftsgeschenk beteiligen.

Das Ende der Weihnachtsdepression 

Seit Nicole und Norbert Weiß selbst Kinder haben, nehmen sie sich viel Zeit, den Advent gemeinsam zu gestalten. Sie backen und basteln, sprechen darüber, was die Weihnachtszeit so besonders macht und was ihnen als Familie wichtig ist. „Wir füllen den Advent mit gemeinsamen Aktivitäten und schönen Erlebnissen, z. B. mit einem Besuch des Weihnachtszirkus. Wenn unsere Kinder später mal zurückdenken, sollen sie sich nicht an Berge von Spielzeug erinnern, sondern an unsere Erlebnisse als Familie“, sagen die Eltern. Jeder Deutsche gab laut Statistik im Jahr 2014 ca. 285 Euro für Weihnachtsgeschenke aus. Auch wenn die Ausgaben von Familie Weiß nicht ganz an diese Zahl heranreichten, nehmen sie sich davon nicht aus: „Auch wir haben in den letzten Jahren viel zu viele Geschenke gekauft – vor allem für unsere Kinder.“

„Natürlich schenken wir gerne und hoffen, damit eine Freude zu bereiten. Aber wir schenken lieber weniger und dafür schönere Dinge“, sagt Nicole Weiß. So war es nur logisch, auch die Anzahl der Geschenke für die Kinder zu reduzieren. Fortan sollten nur noch drei hochwertige, langlebige Dinge, von denen mindestens eines ein echter Herzenswunsch ist, unter den Baum kommen. Das war vor zwei Jahren. Der Entscheidung vorausgegangen ist eine Beobachtung: Bei zu vielen Geschenken konnten die Kinder das einzelne gar nicht mehr wertschätzen. Sie waren regelrecht überfordert – sowohl direkt nach dem Auspacken als auch später, wenn die Spielzeugflut das Zimmer verstopfte. 

Und wie haben die Kinder reagiert? „Ehrlich gesagt haben wir uns schon Sorgen gemacht, wie Jonas und Isabel reagieren, wenn jeder von ihnen „nur“ drei Päckchen bekommt. Sie waren es ja tatsächlich gewohnt, dass sich die Geschenke unterm Baum stapeln“, erinnert sich Norbert Weiß. Die Bedenken waren unnötig. Die beiden haben sich in keiner Form beschwert oder waren vom Christkind enttäuscht. Sie haben sich einfach nur über ihre tollen Geschenke gefreut und sofort damit gespielt. Und der Jüngste wird mit dieser Tradition aufwachsen. 

Kompromisse gehören dazu

Die Idee, die Anzahl der Geschenke zu reduzieren, wurde von ihrem Umfeld gut aufgenommen. Mit Oma und Opa haben sie die Vereinbarung getroffen, dass jedes der Kinder noch ein Geschenk bei ihnen bekommt, wenn sie sie an den Weihnachtstagen besuchen. „Das ist ihnen einfach wichtig und für uns ist es so auch in Ordnung“, sagt Nicole Weiß, „unser Weihnachtsfest ist seitdem viel harmonischer und ruhiger. Die Kinder sind zufrieden, ihre Zimmer platzen nicht aus allen Nähten und wir haben viel weniger Stress, vermeintlich passende Dinge für sie zu finden, die dann doch nach ein paar Tagen unbenutzt herumliegen.“ 

Auch an den Kindergeburtstagen versucht Familie Weiß eher gemeinsam etwas Schönes zu schenken, anstatt vieler Kleinigkeiten: „Wir haben aber keine feste Zahl an Geschenken vorgegeben. Unser Umfeld weiß mittlerweile auch, dass wir prinzipiell Erlebnisse materiellen Geschenken vorziehen.“ Ihre Tochter hat zum vierten Geburtstag einen gemeinsamen Ausflug zum Ponyreiten von ihrer Freundin bekommen. Die Freude war riesig.

 

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Sieben Familien und ihre Feiertagspläne

Wie feiern andere Familien Weihnachten? In unserer großen Titelgeschichte haben es uns sieben Mamas und Papas verraten: 

24 Tipps zum Fest: Täglich, Kinder, wird’s was geben!

Wir warten auf Weihnachten, warten Sie mit uns?

Mit 24 tollen Weihnachtstipps zum Basteln, Genießen, Backen, Entspannen, Schenken, Vorlesen und Spielen versüßen wir der ganzen Familie die Zeit bis zum Fest der Feste. Wir wünschen Ihnen einen besinnlichen Advent und ein wunderschönes Weihnachten mit Ihren Lieben.

Exklusiv für Sie:

Unser babywelt Elternmagazin Weihnachtsspecial zum Durchblättern.

Nele Bruns ist Chefredakteurin des babywelt-Elternmagazins. Ihre Töchter Leni (6) und Emma (2) liefern ihr täglich die besten Inspirationen für neue Geschichten aus dem Familienleben. Das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist dabei ein ständiger Begleiter.