Zahnen

Von Zähnchen und Tränchen

Ingo Hildebrand / rundum wohlfühlen / 01. März 2017

Dem Baby läuft das Wasser im Munde zusammen. Leider nicht aus Gaumenfreude, sondern weil es zahnt. Dazu gehören neben dem vermehrten Speichelfluss oft Schmerzen im Kiefer. Was dahinter steckt und wie Sie am besten helfen.

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Was bereitet die Probleme?

Das Zahnen ist ein ganz natürlicher Vorgang. Viele Babys bleiben von unangenehmen Begleiterscheinungen komplett verschont. Andere plagen sich vor allem mit Schmerzen im Kiefer bzw. Zahnfleisch herum. Schon bei der Geburt sind die Milchzähne im Mundraum vorhanden, allerdings noch komplett von Haut umschlossen. Immer dann, wenn die Zähne nach und nach aus dem Zahnfleisch herauswachsen – man spricht vom Durchbruch –, kann das Schmerzen verursachen. Spannungen fühlen die Babys bereits im Vorfeld, wenn also noch gar kein Zähnchen zu sehen oder zu fühlen ist. Bereits in diesem Stadium können Sie Ihrem Baby helfen, mit der neuen und unangenehmen Situation klarzukommen. Verschiedene Mittel bieten sich hierfür an.

Was hilft bei Schmerzen?

Bewährt haben sich Beißringe. Es gibt sie in den verschiedensten Varianten. Als besonders angenehm empfinden es die Babys oft, wenn die Beißringe gleichzeitig kühlen. Legen Sie die Ringe deshalb vorher in den Kühlschrank. Statt der Beißringe funktionieren auch Teelöffel oder passend große Möhren. Hierbei sollten Sie nur aufpassen, dass keine zu großen Teile verschluckt werden können. Entscheidend ist, dass durch den Gegenstand und den Beißdruck das angespannte Zahnfleisch beruhigt wird. Auftretende Entzündungen können durch Tropfen oder Gele lokal behandelt werden. Die Mittel wirken entzündungshemmend und schmerzstillend. Manche Eltern haben mit homöopathischen Präparaten Erfolge. Lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt oder in der Apotheke beraten.

Macht Zahnen krank?

Früher wurden Erkrankungen wie hohes Fieber oder Durchfall irrtümlicherweise auf das Zahnen zurückgeführt. Das ist inzwischen widerlegt, bestätigt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Lediglich leichtes Fieber bis 38 Grad und Hautrötungen können in dieser Phase auftreten. Schwerwiegende Gesundheitsstörungen, die über eine allgemeine Quengeligkeit hinausgehen, sollten Sie dagegen nicht aufs Zahnen schieben, sondern vom Kinderarzt untersuchen lassen.

Wie pflege ich die Babyzähne?

Schon ab dem ersten Zähnchen heißt es: täglich Zähne putzen. Denn gerade die neuen Zähne sind noch sehr empfindlich und anfällig, da der Zahnschmelz noch nicht komplett ausgebildet ist. Die Prozedur hat zudem eine wohltuende Wirkung für das zahnende Baby. Denn das sanfte Putzen massiert gleichzeitig das meistens leicht angeschwollene Zahnfleisch. Darüber hinaus gewöhnt sich das Baby so von Anfang an an die notwendige Zahnpflege.

Wann geht es los, wie lange dauert es?

In seltenen Fällen kommt ein Kind bereits mit einem sogenannten Vorzahn zur Welt, meistens einer der beiden unteren Schneidezähne. Normalerweise wächst der erste Zahn zwischen dem sechsten und achten Monat. Die Reihenfolge zeigt das nebenstehende Schaubild. Bis alle 20 Zähne des Milchgebisses vorhanden sind, dauert es bis zum 30. Lebensmonat. Abweichungen von rund drei Monaten zu den genannten Terminen gelten als völlig normal. Weiter geht das Zahnwachstum dann im sechsten Lebensjahr mit zusätzlichen, bleibenden Backenzähnen, bevor die ersten Milchzähne wieder ausfallen. 

Fotos: Alexandra Grablewski // DigitalVision // Getty Images

Ingo Hildebrand profitiert als babywelt-Redakteur von seinen Elternzeit-Erfahrungen: Ein Jahr lang blieb er für seine Söhne Henning und Peter zu Hause. Zurück im Job interessiert ihn naturgemäß die Rolle der Väter in dem liebenswerten Chaos-Kosmos, der sich Familie nennt.