Fünf Tipps für Mama und Papa

Achtung, Gefühlsausbruch!

Sascha Otto / alles wissen / 07. Juni 2018

Mit kindlicher Wut umgehen – auch für Eltern gar nicht so einfach. Fünf Tipps, wie das gelingt:

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Vorbild sein 

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran: Sagen Sie Ihrem Schatz, wenn Sie etwas freut oder Sie etwas traurig macht. So lernt er, was andere Menschen bewegt und was die Ursachen für eine Emotion sind. Ermuntern Sie Ihr Kind dazu, seine Gefühle zu zeigen und offen auszusprechen. Versuchen Sie, in Ihrer Familie einen offenen Umgang mit Gefühlen zu pflegen. So entsteht ein vertrautes, zuverlässiges Umfeld, in dem Ihr Kind seine Emotionen ausleben kann.

Ernst nehmen

Sie werden häufig Situationen erleben, in denen Ihnen die emotionale Reaktion Ihres Kindes nicht rational erscheint oder vielleicht auch negative Gefühle bei Ihnen auslöst. Trotzdem ist es wichtig, dass Sie seine Gefühle ernst nehmen. Im Moment der Emotion – gerade bei negativen Gefühlen – fühlt Ihr Kind tatsächlich eine große Not und braucht Sie an seiner Seite. Loben Sie Ihr Kind, nachdem es in einer emotional stressigen Situation zur Ruhe gekommen ist. 

Alternativen zeigen

Ein Wutanfall ist ein intensiver Moment. Wichtig aber ist, dass im Umgang mit Gefühlen nicht zwischen erwünschtem und unerwünschtem Verhalten unterschieden wird. Zeigen Sie Ihrem Kind so, dass es völlig in Ordnung ist, auch mal wütend zu sein. Zeigen Sie ihm aber auch Alternativen, wie es die Wut wieder loswird: Auf den Boden zu stampfen ist besser, als mit Spielzeug um sich zu werfen. 

Verständnis aufbringen

Moderieren Sie, so gut es geht: Versuchen Sie, durch konkretes Fragen herauszufinden, warum Ihr Kind wütend ist. So bekommen Sie ein Gespür dafür, was es bewegt. Gleichzeitig schaffen Sie eine vertrauensvolle Basis, um über Gefühle zu sprechen. Besonders bei Angst, Enttäuschung oder Eifersucht können Sie Vor- und Nachteile besprechen und Kompromisse finden. So lernt Ihr Kind, selbstständig mit inneren Konflikten umzugehen.

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Weitere Fakten und Tipps zur emotionalen Entwicklung finden Sie im Artikel Wie fühlst du dich?

Für Entspannung sorgen

Und wie nimmt man einem Kind im Sturm seiner Gefühle den Stress? Autorin Nora Imlau schreibt in „So viel Freude, so viel Wut“ (Kösel Verlag) über gefühlsstarke Kinder. Sie empfiehlt: „Auf die Knie gehen, langsam und beruhigend zum Kind sprechen. Keine Drohungen, keine Erklärungen, keine Konsequenzen. Einfach nur: da sein. Ruhig atmen. So bauen wir unserem Kind eine Brücke ins Hier und Jetzt, wo es seine Emotionen regulieren kann, anstatt von ihnen übermannt zu werden.“

Illustration: Andrea Stitz

Sascha Otto ist babywelt Redakteur und beschäftigt sich intensiv mit der physischen und psychischen Entwicklung von Säuglingen und Kleinkindern. Er schreibt regelmäßig für das Elternmagazin und betreut seit Beginn an die Serie „Weltentdecker“.