Wohnt ihr schon oder plant ihr noch?

Hereinspaziert

Julia Feldhans / rundum wohlfühlen / 11. Juni 2018

Das Kinderzimmer ist ein Mini-Kosmos: ein Raum zum Entdecken. Wachsen. Spielen. Ruhen. Die Anforderungen an ihn: groß! Der Raum dafür: oft zu klein! Was also tun? Zwei Familien zeigen, wie sie das kleine Problem gelöst haben.

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Ein Zelt, eine Kletterwand, warum nicht gleich ein Trampolin? An Ideen zur Gestaltung des Kinderzimmers mangelt es nicht. Instagram, Pinterest & Co. liefern uns eine Flut an Wohnideen, dass wir damit problemlos ganze Turnhallen bestücken könnten. Genau hier liegt das Problem: Denn statt Wohnraum in Hülle und Fülle wohnt die deutsche Durchschnittsfamilie eher beschaulich – auf ca. 91 m2 (Statistisches Bundesamt, 2016). Das Kinderzimmer? Oft der kleinste Raum. Und nicht selten auch als Schlafraum für ein Geschwisterchen gedacht. „Alles eine Sache der Planung“, finden Sabrina Wegner, Mama von Theo (3) und Lotte (6 Monate), und Nele Bruns, Mama von Emma (3). Für uns haben die beiden ihre Kinderzimmertür geöffnet. Kommentiert wird das Ganze von Einrichtungsexpertin Christine Hippelein von whatleoloves.de. Sie verrät im Anschluss ihre besten Tipps. 

Zimmer Nr. 1: Willkommen in der Geschwister-WG!

Die Bewohner: Zwei Jahre lang wohnte Theo (3) hier allein. Nun ist Schwesterchen Lotta (6 Monate) frisch mit eingezogen. 

Die Herausforderung: Großem Bruder und kleiner Schwester und den jeweiligen Ansprüchen an ihr Kinderzimmer gleichzeitig gerecht zu werden – egal ob beim Spielen oder Schlafen. Außerdem: Stauraum für Kleidung und Spielzeug hoch 2 schaffen, ohne den Raum zu überladen. Plus: eine Farbgebung finden, die Lotta wie Theo gleichermaßen gefällt.

Die Lösung: Einige von Theos Lieblingsstücken mussten aus dem gemeinsamen Kinderzimmer weichen – z. B. die Holz-Werkbank. Sie steht jetzt im Wohnzimmer und bietet Theo so eine Rückzugsmöglichkeit, z. B. wenn die kleine Schwester im Kinderzimmer ein Schläfchen macht. Auch Lottas Wickeltisch wurde ausgelagert – ins Elternschlafzimmer. 

Das sagt der Papa: „Für Theo ist es zum Glück kein Problem, sein Zimmer mit der kleinen Schwester zu teilen. Wir haben es komplett umgestellt, viel Stauraum und einen gemütlichen Schlafplatz für Lotta geschaffen. Noch schläft sie bei uns, aber schon bald machen die beiden ihr Zimmer unsicher." (Johannes Wegner, 33, Papa von Lotta und Theo)

Das sagt Kinderzimmer-Einrichtungsprofi Christine Hippelein: „Theos und Lottas Raum wurde mit viel Liebe zum Detail sehr kindlich und harmonisch gestaltet. Mir gefällt, wie hier großzügig Stauraum geschaffen wurde – ohne dass der Raum überladen wirkt. Die offenen Regalfächer neben Lottas Schlafplatz schenken dem Raum eine aufgeräumte und trotzdem wohnliche Atmosphäre. Auch die Farbgebung dieses Unisex-Zimmers gefällt mir sehr. Der Wollteppich gibt dem Raumkonzept auch akustisch den letzten Schliff.“  

Zimmer Nr. 2: Das eigene kleine Reich

Die Bewohnerin: In diesem hübschen Zimmer (s. Bildergalerie unten) wohnt Emma (3). Ihre große Schwester hat nebenan ein eigenes Reich.

Die Herausforderung: Acht Quadratmeter – für ein Bügel- und Arbeitszimmer groß genug. Doch dann zog Emma hier ein. Und mit ihr: ein Wickeltisch, ein Babybett, Schränke und natürlich eine Spielzeugecke. Wie schafft man für all ihre Schätze Platz – ohne dass es sich zu beengt anfühlt?

Die Lösung: Kleine Räume brauchen helle Farben und viel Licht. Weiße Wände und Möbel in Kombination mit Spielzeug und Textilien in Regenbogenfarben sowie verschiedene Lichtquellen sorgen in Emmas Zimmer für Gemütlichkeit. Die hellen Wände wurden gekonnt ins Konzept einbezogen: Regalleisten bieten Raum für Bücher, die Kita-Tasche findet an einer hübschen Hakenleiste Platz.

Das sagt die Mama: „Eigentlich hat unsere Wohnung nur ein Kinderzimmer. Für Emma haben wir einen Teil des Wohnzimmers abgetrennt. In den ersten zwei Lebensjahren reichte der Platz, jetzt wird es langsam knapp und sie spielt meist bei Leni. Bald ziehen wir um – in ein Haus mit zwei gleich großen Kinderzimmern.“ (Nele Bruns, 39, Mama von Emma und Leni)

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Kinderzimmer einrichten und gestalten: Christine Hippelein hat  5 Tipps.

Das sagt Kinderzimmer-Einrichtungsprofi Christine Hippelein: „Emmas Zimmer ist ein toller, liebevoll gestalteter Raum. Der Stil und Farbgestaltung gefallen mir hier sehr! Die weiß lackierten Möbel wurden mit verschiedenen Farbakzenten und Holz kombiniert – das verleiht dem Raum Kindlichkeit und Wärme. Toll gefällt mir, wie den Wänden mit kleinen Details wie Regalleisten ein stylisher Look verpasst wurde, der obendrein weiteren Stauraum bietet.“

Die Expertin

Schöne Kinderzimmer machen glücklich – davon ist Christine Hippelein (37) überzeugt. Auf whatleoloves.de informiert und berät die Expertin und zweifache Mutter Eltern zu allen Fragen rund um die schöne und liebevolle Gestaltung von Kinderzimmern. Wer möchte, nimmt Christines persönlichen Beratungsservice in Anspruch und lässt sich ein individuelles Kinderzimmerkonzept entwickeln.

Foto: Patrick Pollmeier, Christine Hippelein
Illustration: Miriam Frömming

Julia Feldhans ist von Beginn an Teammitglied der babywelt-Redaktion. Besonders gern arbeitet sie sich in Themen rund um die Baby-Gesundheit und -pflege ein. Als große Schwester liebt sie es, Geschichten zu erzählen – vor allem die von Esel Emil und seiner Freundin Kiki.