10 Fragen rund um ...

Sommerbabys

rundum wohlfühlen / 05. Juni 2018

Endlich Sommer, ab nach draußen! Aber natürlich darf der Sonnenschutz nicht fehlen. Worauf müssen Sie bei Ihrem Baby achten? Wir haben 10 Tipps.

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1. Dürfen Babys in die Sonne?

Natürlich sollen Sie mit Ihrem Kind den Sommer genießen und viel Zeit draußen an der frischen Luft verbringen. Allerdings ist Babys Haut noch sehr empfindlich und sollte nicht der direkten Sonne ausgesetzt werden. Wählen Sie immer ein Schattenplätzchen, schützen Sie den Kinderwagen mit einem Sonnensegel oder -schirm, wenn direkte Sonneneinstrahlung nicht zu vermeiden ist, cremen Sie Ihr Baby ein (siehe Frage 6) und setzen Sie ihm einen Sonnenhut auf. Sobald die Kleinen mobiler werden, ist auch UV-Kleidung, die vor den gefährlichen Strahlen schützt, eine gute Wahl.

2. Woran erkenne ich einen Sonnenstich? 

„Zu den klassischen Symptomen zählen Kopfschmerzen, Übelkeit mit Erbrechen, Fieber, Schwindel, ein steifer Nacken, Unruhe und anhaltendes Schreien. Bei einem Sonnenstich werden die Hirnhäute durch zu viel Hitze auf Kopf und Nacken gereizt und meist kommt ein Flüssigkeitsmangel hinzu. Kleine Kinder sind besonders gefährdet, da die Kopfhaut noch dünn ist und der Körper den Wärmehaushalt noch nicht richtig regulieren kann. Bei Symptomen sollten Sie den ganzen Körper mit einem nassen Tuch leicht kühlen, Ihrem Kind etwas zu trinken geben und einen Arzt aufsuchen.“

Kinderarzt Dr. Burkhard Lawrenz

3. Können Babys schon im Pool planschen?  

Säuglinge können ihre Körpertemperatur noch nicht alleine regulieren und kühlen schnell aus – für ein kurzes Bad im warmen Pool sollte Ihr Kind schon ein paar Monate alt sein. Lassen Sie es nie unbeaufsichtigt in der Nähe eines Pools oder Planschbeckens. Kleine Kinder können schon in einer Pfütze ertrinken, da sie immer mit dem noch schweren Kopf voran fallen und noch nicht in der Lage sind, ihn alleine wieder zu heben.

4. Sind Vitamin-D-Tabletten auch im Sommer nötig?

„Ja. Die allgemeine, wenn auch etwas komplizierte Empfehlung lautet, die Tabletten bis zum zweiten erlebten Frühsommer zu geben. Je nachdem, wann das Kind geboren ist, also ein bis eineinhalb Jahre lang. Grundsätzlich ist unser Körper bei direkter Sonneneinstrahlung in der Lage, Vitamin D selbst zu bilden. Da Babys Haut im Sommer aber unbedingt geschützt werden sollte, haben viele trotzdem einen Vitamin-D-Mangel. Geben Sie also auch im Sommer die Tabletten. Sie können die Tabletten in der Muttermilch oder heißem Wasser auflösen. Bei Tropfen besteht eher die Gefahr einer Überdosierung.“

Kinderarzt Dr. Burkhard Lawrenz

5. Was soll mein Baby in heißen Nächten anziehen? 

Wenn es auch nachts sehr warm in der Wohnung ist, reicht es, wenn Ihr Baby einen Body und einen leichten Schlafsack trägt oder mit einem leichten Betttuch bedeckt ist. Achten Sie aber darauf, dass Ihr Kind keine Zugluft bekommt. Ventilatoren im Kinderzimmer sollten Sie lieber vermeiden. Ob Ihrem Baby zu warm ist, merken Sie, wenn es im Nacken schwitzt. 

6. Brauchen Babys eine eigene Sonnencreme?

Babys sollten immer im Schatten bleiben und nur bei unvermeidbarer Sonnenexposition mit speziellen Sonnenpflegeprodukten mit LSF 50 eingecremt werden. Die Produkte sollten frei von Parfüm und künstlichen Duftstoffen und wasserfest sein. Sonnencremes filtern die ultravioletten Strahlen heraus und verhindern einen Sonnenbrand, den man übrigens auch im Schatten bekommen kann. Achten Sie darauf, dass Sonnenschutzmittel ca. 30 Minuten brauchen, bevor sie wirken. Besonders gut sollten Sie Nase, Wangen, Ohren, Kinn und Schultern eincremen. Bei der Dosis gilt: lieber zu viel als zu wenig. Etwa alle zwei Stunden sollten Sie die Kinderhaut nachcremen, um den Schutz aufrechtzuerhalten. Bei Babys lautet die Empfehlung: statt nachzucremen immer sofort raus aus der direkten Sonne. Abends können Sie die Haut mit mildem Waschgel abwaschen, um die Sonnencremereste zu entfernen. 

7. Darf mein Baby nackig sein?

Na klar, Babys lieben es nackt zu sein und bewegen sich ohne Kleidung auch viel freier. Sie spüren sich, ihren Körper und die Natur ohne Kleidung viel intensiver. Sie können den Sommer auch hervorragend nutzen, Ihr Kind langsam an eine Zeit ohne Windel zu gewöhnen. Kleine Missgeschicke sind schnell aufgewischt und ein Kind mit wenig Kleidung kann man schnell abhalten. Wenn Ihr Kind nackig durch den Garten flitzt, achten Sie darauf, dass es keinen Zug bekommt und vor der Sonne geschützt ist.

8. Braucht mein Baby im Sommer mehr Flüssigkeit?

Vollgestillte Kinder brauchen an warmen Tagen in der Regel keine zusätzliche Flüssigkeit – die Muttermilch reicht. Es kann aber sein, dass sie bei heißem Wetter öfter angelegt werden möchten. Das gilt natürlich auch für Flaschenkinder: Haben sie mehr Durst, sollten sie mehr Milch bekommen. Nimmt ihr Baby neben den Milchnahrungen schon feste Kost zu sich, sollte immer auch etwas zu trinken angeboten werden – am besten Wasser oder ungesüßte Tees. Auch Obst- und Gemüsesticks aus Salatgurke, Melone, Erdbeeren oder Pfirsich enthalten viel Flüssigkeit, sind gesund und lecker.

9. Wie schütze ich mein Baby vor Zecken?  

Zecken bevorzugen gut durchblutete Regionen mit dünner Haut, etwa Kniekehlen, Leisten­gegend, Achselhöhlen oder den Nacken. Wenn Ihr Baby mobil ist und auf der Wiese krabbelt, sollten Sie es nach Zecken absuchen. Die kleinen Blutsauger können Krankheiten wie Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen. Eine Impfung wird erst ab drei Jahren empfohlen, bei Babys verläuft FSME meist mild.

10. Kann mein Baby im Auto bleiben?

Definitiv nein! Der Innenraum eines Autos heizt sich im Sommer extrem schnell auf. Schon innerhalb kürzester Zeit kann das zur Überhitzung des Kindes oder zu einem lebensgefährlichen Hitzschlag oder Kreislaufversagen führen. Bei einer Außentemperatur von 26 Grad heizt das Auto schon innerhalb fünf Minuten auf 30 Grad auf, nach zehn Minuten sind es 33 Grad und nach einer halben Stunde bereits 42 Grad – Lebensgefahr! Da helfen auch keine geöffneten Fenster. Daher gilt: das Baby immer mitnehmen. 

Foto: Peter Amend/Image Source/gettyimages
Illustrationen: Miriam Frömming